Jannine Sutter

Mai

Engel von Volker<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-klingnau.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>85</div><div class='bid' style='display:none;'>1457</div><div class='usr' style='display:none;'>23</div>

Was ist der Mensch? Teil III
Volker Houba,
„Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt“ (Hebräer 13,2).

Wie oft beurteilen (oder verurteilen) wir andere Menschen, von denen wir uns dann auch ganz rasch distanzieren. „Also wie die möchte ich nicht werden.“ Wir merken, dass wir uns gerne in Kreisen bewegen, in denen alles „stabil“ ist; halt so wie sonst auch. Da ist man sich sicher und weiss sich vor (unangenehmen) Überraschungen geschützt. Lieber bleiben viele deswegen auch allein. Doch das Einigeln hat seinen Preis. So kommen keine neuen Ideen zu mir und meine Sicht der Dinge wird kaum hinterfragt. Korrekturen sind nicht möglich, weil alles immer gleich bleibt. Entwicklung findet nicht statt. Doch Gott lädt uns genau zu dem ein: Neue Ideen, Wachstum, Entwicklung, Veränderung halten uns dynamisch in Bewegung.
Das Leben braucht auch neben Phasen der Ruhe die Veränderung, wie sie im Frühling nun farbenprächtig zum Vorschein kommt.
Allein schon der Glaube ist auf Veränderung ausgerichtet. Sich Gott hinwenden meint, von sich selbst wegsehen. Jesus nachfolgen heisst auch, vertrauten Wegen „tschüss“ zu sagen und neue Wege auszuprobieren.
Wenn wir Gastfreundschaft im Geist und am Tisch gewähren, dann öffnet sich unser Herz und unser Geist atmet Weite. Mit neuen Ideen, Gedanken, Lebensgeschichten, Schicksalen, mit Schweren und Leichtem werden wir konfrontiert.
Ich durfte schon manche spannende – und manchmal auch eigenartige – Gespräche führen mit Menschen, die wir beherbergt haben, ohne dass wir sie vorher gekannt haben. Ein junges Studentenehepaar klapperte mit dem Tandem alle auf den Etappen liegenden Pfarrhäuser ab und übernachtete dann bei den Pfarrfamilien: „Kost und Logis gratis“, so ihre Devise. Sie sind mir in Erinnerung geblieben, sie waren völlig losgelöst und sie beteten irgendwie ständig und fast immer miteinander und morgens um 5.00 Uhr ein jedes für sich allein.
Und auch mit solchen, die wir kennen, die plötzlich auf der Matte standen, führten wir schon das eine oder andere spannende Gespräch – auch wenn keine Zeit da war. Für kurze Augenblicke verlebendigten wir uns. Und das setzte dann neue Energien frei.
Und wer dabei alles als Engel an unserem Tisch sass oder mit uns sprach, das weiss ich gar nicht mehr so genau; ist auch egal. Hauptsache sie waren hier, die Engel. Und genau das wünsche ich Euch ebenfalls: Viele engelhafte Begegnungen mögen Euch beglücken.

Ahoi Euer Pfarrer

Volker Houba
Bereitgestellt: 29.05.2019     
aktualisiert mit kirchenweb.ch