Gudrun Bähler

Senioren-Wanderwoche im Wallis

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Roggenbrot und Cholera
Gudrun Bähler,
Die achte Wanderwoche der reformierten Kirche Klingnau fand bei schönstem Herbstwetter traditionsgemäss im Obergoms statt, zum letzten mal unter der Leitung der bisherigen Organisatoren.

Leistungsgerechte Gruppenangebote
Coronabedingt musste die ursprünglich für anfangs Juli geplante Wanderwoche auf den September verschoben werden. Von den ursprünglich 22 angemeldeten Personen konnten deren 21 auch am neu terminierten Anlass teilnehmen. Seit einigen Jahren werden jeweils zwei Leistungsgruppen gebildet, sodass jeder Teilnehmer die Möglichkeit hatte, das ihm zusagende Programm in Anspruch zu nehmen.

Thema «backen»
Am Sonntag verschob sich die Wandergruppe per Zug nach Blitzingen, wo der – nach Aussagen der Einheimischen – längste Naturkneippweg der Schweiz auf die Teilnehmer wartete. Man spaziert barfuss durch Wiesen, geht durch kalte Bergbäche und für ganz Mutige wartet die eiskalte Dusche unter einem Wasserfall. Nach ca. zwei Stunden war der Parcours bewältigt, der Lunch konnte eingenommen werden und es blieb sogar noch Zeit, um im nahegelegenen Hotel einen Kaffee zu geniessen. Auf dem zweiten Teil des «Lebensweges von Cäsar Ritz» führte die abschliessende Wanderung nach Niederwald, wo bereits die Mitglieder der zweiten Leistungsgruppe ihren Tag mit der Besichtigung des «Cäsar Ritz Museums» und einem gemütlichen Bummel durch das wohl unberührteste und charaktervollste Dorf im Goms verbracht hatten.

Programm
Frühaufsteher waren am Montag gefragt. Bereits kurz nach acht Uhr bestieg die ganze Gruppe den Zug nach Biel im Goms, natürlich alle vorschriftsgemäss ausgerüstet mit Masken. Im «Bachhüs» wurden sie bereits zum Roggenbrot backen erwartet. Der Sauerteig wurde vom einheimischen Backteam bereits zwei Tage vorher angesetzt und der Ofen bereits am Vortag eingeheizt. Die Besucher konnten nun sehen, wie der Sauerteig mit dem Roggenmehl vermischt und der Teig bearbeitet wird, bis er die gewünschte Konsistenz erreicht hat. Während der anschliessenden dreistündigen Ruhephase des Teiges absolvierte die aktive Gruppe eine Wanderung in der Region Biel-Selkingen-Gluringen. Nach der Rückkehr ins Backhaus durfte jeder Teilnehmer unter der Anleitung des Backteams sein eigenes Brot formen und für die Wiedererkennung mit seinen Initialen versehen. Der für die Brotherstellung benötigte Roggen wird im Ritzingerfeld angebaut und in der alten, im Jahre 2013 restaurierten Stockmühle in Selkingen zu Mehl verarbeitet. Dieser Mühle galt der letzte Besuch an diesem Tag, bevor die Matterhorn-Gotthard-Bahn die Gruppe wieder an ihren Unterkunftsort Ulrichen zurückbrachte.
Bereits am folgenden Tag wurde das Thema «backen» wieder aufgenommen. Die Wandergruppe peilte auf einem steil ansteigenden Weg den Gommer Höhenweg an und erreichte gegen Mittag das Zwischenziel Obergesteln. In der Mehrzweckhalle hatte die zweite Gruppe bereits eifrig Vorarbeit geleistet und zusammen mit der Einheimischen Brigitte Weber die typische Gommer Spezialität «Cholera» vorbereitet. Bei diesem Gebäck handelt es sich um eine Gommer Spezialität, bestehend aus Kartoffeln, Lauch, Aepfeln und Käse, eingepackt in einem Teig. Um den Namen «Cholera» ranken sich verschiedene Geschichten. Am wahrscheinlichsten scheint, dass dieser Name aus der Zeit stammt, da im Wallis die Cholera wütete und der Handel und das Tauschen von Lebensmitteln verboten wurde. Der Kuchen wurde aus dem zubereitet, was der bäuerliche Haushalt hergab, nämlich die erwähnten Zutaten. Die Cholera, serviert zusammen mit einem Salat, schmeckte vorzüglich. Nach dem abschliessenden Kaffee mit Kuchen erreichte die Gruppe zu Fuss oder per Zug wieder den Ausgangsort Ulrichen.

Der Mittwoch stand zur freien Verfügung der Teilnehmer. Die meisten nützten ein sehr preisgünstiges Angebot der Aletschbahnen, um von den verschiedenen Aussichtspunkten einen Blick auf den leider immer kleiner werdenden Aletschgletscher zu werfen.
Auf dem Gommer Waldweg wanderten die Senioren am Donnerstag nach Oberwald. Das «Brötliteam» hatte im Pischenwald den Grill in Betrieb genommen und als die Wandergruppe eintraf, brutzelten bereits Cervelats und Bratwürste auf dem Rost. Einige Teilnehmer wanderten anschliessend zu Fuss auf dem Rottenweg zum Ausganspunkt zurück, der Rest nahm den Zug in Anspruch.

Eine relativ kurze, jedoch recht anspruchsvolle Etappe wartete am Freitag auf die Wanderer. Ab Ulrichen führt ein recht angenehm zu begehender Bergweg Richtung Geschinen. Allerdings mündet dieser Weg anschliessend in einen Bergpfad, der nach dem Überqueren des «Niderbaches» durch ein morastiges und sehr steiles Gelände führt. Alle überstanden diese letzte Herausforderung jedoch sehr gut. Die frühe Rückkehr zum Hotel ermöglichte den Teilnehmern, sich am Nachmittag noch auf eine Gommer Einkaufstour zu begeben.

Vorschau auf die Wanderwoche 2021
Wie bereits eingangs erwähnt, war dies die letzte Wanderwoche unter der bisherigen Leitung im Obergoms. Glücklicherweise hat sich ein Ehepaar aus der Kirchgemeinde bereit erklärt, die Organisation der zukünftigen Wanderwochen zu übernehmen. Ort und Datum für 2021 wurden mit den diesjährigen Teilnehmern abgesprochen. Interessenten können sich das Datum bereits in ihrer Agenda notieren: Samstag, 18. bis Samstag, 25. September 2021. Ort: St. Stephan im Simmental/BE. Zu gegebener Zeit wird im Detail darüber informiert.
Die bisherigen Organisatoren möchten sich an dieser Stelle bei allen Teilnehmern herzlich bedanken. Es waren acht tolle Wochen mit euch im Obergoms!


Bereitgestellt: 22.09.2020     Besuche: 89 Monat 
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