Jannine Sutter

Juli und August

Momente „verschwebenden Schweigens“ (Foto: Volker Houba)

Momente „verschwebenden Schweigens“
Volker Houba,
Für viele sind die Monate Juli-August die Ferienmonate im Jahr schlechthin, egal, ob man zu Hause verweilt oder es einen in die Ferne treibt. Die meisten sehnen sich nach einer heilsamen Unterbrechung des Alltäglichen. Heilsam könnte z. B. die Begegnung mit Gott sein. Spontan fiel mir dazu die berühmte Eliastelle im Buch 1. Könige, Kapitel 19, die Verse 11-12 ein. Ich zitiere nach der Übersetzung von Martin Buber und Franz Rosenzweig: Gott spricht zum Propheten Elia:

11 …»Heraus, steh hin auf den Berg vor MEIN Antlitz! Da vorüberfahrend ER:
ein Sturmbraus, gross und heftig, Berge spellend, Felsen malmend,
her vor SEINEM Antlitz:

ER im Sturme nicht –
und nach dem Sturm ein Beben:
ER im Beben nicht -

12 und nach dem Beben ein Feuer:
ER im Feuer nicht -,

Und nach dem Feuer- qol demama daqqa, "eine Stimme der tiefen Stille" Windstille.
Schweigen und darin eine leise Stimme…
eine Stimme „verschwebenden Schweigens".



Von ganzem Herzen wünsche ich uns diese Momente der Stille. Augenblicke „verschwebenden Schweigens“ sind heilende Augenblicke, die wir nicht machen können, in denen wir ehrfürchtig erschaudern, in denen wir wissen: Wir sind mit dem Ewigen verbunden. Wir spüren bis in die kleinste Zelle hinein diese Verbindung.

Elia bekommt in der Begegnung mit Gott einen Auftrag. Vielleicht erhältst du Deinen: „Du bist hier auf der Welt, damit es deinem Gegenüber ein kleines bisschen besser geht als ohne dich. Und du bist dir auch immer selbst Gegenüber.“

Erholsame Ferien, ahoi Volker Houba
Bereitgestellt: 11.08.2022     Besuche: 72 Monat 
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